Vom Abel Tasman, an der Westküste entlang, nach Queenstown

1 01 2011

Hey Leute!

Ich hoffe doch, ihr hattet alle angenehme und ruhige Weihnachtstage. Ich hatte vergessen “Frohe Weihnachten” unter den letzten Blogartikel zu setzen so wünsche euch jetzt schon mal einen “Guten Rutsch ins Neue Jahr” :P

Da Franz, Ben und ich wieder in der Zivilisation angelangt sind wollte ich euch mal berichten wie es so aussieht und wie das Wandern im Abel Tasman gelaufen ist: neben ein paar vielen Blasen und Sandflybissen (kleine fiese Blutsauger, die es in Neuseeland gibt) habe ich die wunderbarsten und tollsten Erinnerungen mitgenommen. Es war einfach nur wie im Paradies. Aus 600 Bilder, die wir alle zusammen gemacht haben ist es wirklich schwer die schönsten auszuwählen. Aber ein paar tolle Motive seht ihr unten als Diashow. Wie immer sprechen die Bilder Ufer sich und ich muss eigentlich gar nicht viel dazu erzählen^^ Aber ein bisschen was kann ja nicht schaden.
Der Wanderweg führte größtenteils an der Küste entlang. Manchmal zog er sich ein Stückchen in das Landesinnere oder führte¸über Berge und Hügel, sodass wir etliche Höhenmeter gesammelt haben. Wir liefen an paradiesischen Stränden entlang oder wateten durch Watt und Schlick. Es war abwechslungsreich und jeden Tag gab es etwas neues zu bestaunen. Im Schnitt wanderten wir 15-20km pro Tag. Zwischendurch rasteten wir und machten längere Pausen, um Abkühlung im Ozean zu suchen, sodass wir den ganzen Tag unterwegs waren. Neben dem Hauptweg gab es noch einzelne stündliche Touren zu bestimmten Aussichtspunkten oder Wasserfällen, welche wir uns natürlich nicht entgehen liessen.
Unsere Stellplätze Ufer die Zelte hatten wir schon vorher im Internet gebucht, was Pflicht ist. Dumm war bloss, dass wir nicht auf die Gezeiten geachtet hatten, sodass wir zum Beispiel am 24.12 5Uhr aufgestanden sind, damit wir rechtzeitig bei Ebbe den Weg nehmen koennen. Es gab keinen Ersatzweg und sonst hätten wir bis in die Abendstunden auf das 2. Mal Ebbe warten muessen. Die anderen Tage sind wir auch nie viel später aufgestanden. So bequem wie im Auto lies es sich nicht auf meiner Isomatte und selbst gebastelten Kopfkissen aus Jacken schlafen. Auch raubten einen die nachtaktiven Possums den Schlaf, wenn sie wieder einmal bei Futtersuche gegen das Zelt rammelten.
Aber unser Weihnachten war trotzdem wunderschönen, wenn auch ein bisschen anders. Das Essen war nicht so lecker wie man es von guten Weihnachtsessen gewöhnt ist, aber Bier und Wein hatten wir trotzdem mit. Und eine Bescherung mit Sinnlosgeschencken unterm Plastikweihnachtsbaum fehlte auch nicht :P
Klingt alles schone und gut, jedoch hat mir nicht gefallen, wie der Nationalpark vermarktet wird. Da wir nun mitten in der Hochsaison unterwegs waren, gab es auch dementsprechend viele Touristen die auf einer Tagestour einige Abschnitte erkundenden. Nicht selten viel ein deutsches Wort :-/ Die Touristen werden Massenweise per “Aquataxi” zu den grössten Stränden gebracht, von denen sie sich in alle Richtungen verstreuen und die Wege blockieren…
Das grösste Hindernis war aber die Rückkehr zum 50km entfernten Motueka in der mein Auto steht. Der Costal Track war kein Rundkurs sondern endete in einen anderen Ort. So haben wir die 50km per Hitchhiking zurück gelegt bzw. habe ich Franz mit dem Auto abgeholt, weil ich als erstes zurück war :P
Nichtsdestotrotz war unsere Tour eine schwierige Wanderung durch den imposanten und beeindruckenden Abel Tasman Nationalpark mit seinen traumhaften Stränden.

Mittlerweile sind Ben und ich an der Westküste unterwegs und ich weiss nicht, wann ich den Artikel posten werde. Es kann sein, dass das Gelesene schon vor einer Weile geschrieben wurde.
Am 27.12 sind wir vormittag, nach einer Nacht in Motueka, in Richtung Westküste gestartet ueber ein kleines Dörfchen Namens Murchison bis hin an die Küstenstadt Westport.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Touristen in diesem 850 Leute Ort waren…es war noch schlimmer als im Abel Tasman. Wahrscheinlich waren es dreimal so viele Touristen wie Einwohner und jedes Hostel/Motel etc. war ausgebucht. Wir haben uns auch nicht länger dort aufgehalten sondern nur die längste Hängebrücke Neuseelands angeschaut. So spektakulär wie erwartet war es dann auch nicht.
In Westport angelangt haben wir nur eingekauft und aufgetankt und sind weiter zu den Pan-Cake-Rocks und Blowholes im Paparoa National Park getourt. Da wir gegen Abend und bei strömenden Regen angekommen sind, waren glücklicherweise keine weiteren Touristen als wir zu gegen. Die Steine waren dann auch nicht so toll wie erwartet. Also sind wir nach den kurzen Zwischenstopp weiter nach Greymouth (der groessten Stadt an der Westküste mit 13500 Einwohnern) gefahren um dort nach der 400km langen Fahrt ein bisschen Schlaf zu holen.
Es ist einfach nur unglaublich strange an der Westküste. Neueseeland ist schon klein und die Großstädte sind winzig, aber die Westküste hat alles noch einmal getoppt. Die ganzen Dörfer bestehen meist aus nicht mehr als ein paar Häusern. Erstaunlich das es sogar Schulen gibt. Zum Glueck musste ich dort nicht aufwachsen.
Ein Goldrausch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die ganzen Dörfer, Mienen und sonstiges aus den Boden gestampft. Als jener Nachliess hauten viele Goldsucher ab und es ist nicht mehr so viel geblieben. So konnte man sich alte Geisterstädte oder Mienen anschauen. Ansonsten könnte man noch viele Adventuretours buchen können, wie White Water Rafting, Quadfahren und solchen Spass. Im Grossen und Ganzen erinnert alles an die amerikanischen Villages, welche Kulisse fuer viele Splatter-Filme waren, wo Massenmörder in kleinen Dörfern ihr Unwesen treiben – nach Texas Chainswa Massacre Art :D Der einzige unterschied ist das westlich gelegene Meer und der permanente Dauerregen. Es waere eine gute Zeit zum Rafting, da die meisten Flüsse neben den Strassen übergetreten sind. In Greymouth waren sogar einige Strassen gesperrt.
Aber das geilste sind immer noch die Einwohner. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen was da fuer Gestalten rumlaufen: Typen mit einem Feuerzeug als Halskettenanhaenger oder welche, die mit befleckten Tanktops und Gummistiefeln in der Stadt herum wandeln :D

Am 28./29.12 befanden wir uns im Glacier Country. Wir sind über Hokatika, bekannt als Jadestadt, dahin gefahren. Wie der Name es sagt sind die Hauptattraktionen dieser Region der Franz Josef und Fox Glacier sowie der Lake Matheson. Alle 3 Attraktionen haben wir uns mehr oder weniger angeschaut. Wir sind zum Gletschertor des Franz Josef gelaufen. Es ist wirklich beeindruckend auf 200m Entfernung solch einer riesigen Eismasse gegenüber zu  stehen, obwohl man 5min vorher durch einen Regenwald gelaufen ist. Eigentlich wollten wir auch den Fox Glacier einen Besuch abstatten, jedoch waren die Zugangswege gesperrt. Wir vermuten, dass der andauernde Regen in den letzten Tagen einige Stein- oder Eislawinen ausgelöst hatte und somit die Strassen gesperrt werden mussten. Der Lake Matheson ist berühmt Ufer seine Spiegelung des Mt. Cook, aber bei einer dicken Wolkendecke sieht man nicht mal ansatzweise so viel, wie auf den Postkarten. Von daher war es auch nur ein kurzer Besuch.
Wenigstens hatten wir auf den Weg nach Wanaka viel Glueck mit dem Wetter und die Sonne begleitete uns den ganzen wegen über. Es war eine wirklich schöne Landschaft: man fährt an verschiedenen glasklaren oder blauen Seen vorbei und hat immer ein Blick auf grüne Wiesen und Berge. In Wanaka kamen wir sogar in Gelegenheit einen coolen Sonnenuntergang zu bestaunen. Ansonsten haben wir in Wanaka noch die Puzzle-World besucht, wo man durch einen 3D-Irrgarten wandelt oder andere interaktive Sachen macht.

Und Silvester ist nun auch vorbei :P Es war wirklich ein “anderes” Silvester als die Jahre zuvor. Kein Stress alles einzukaufen, sich fuer eine Feier fertig zu machen oder solche Dinge. Alles total gechillt. Am 31.12 war ich noch Bungy Springen auf einer Klippe über Queenstown. Da das Warten und etc. eine Weile gedauert hatte waren Ben und ich gegen Abend wieder in der Stadt. Wir hatten uns ganz in Ruhe etwas bei einem Takeaway geholt und dabei das 1. Bier aufgemacht…und der Abend nahm seinen Lauf. Mehr will ich jetzt nicht schreiben, dass erzählen ich lieber mal in einer gemütlichen Runde :P

Greetings

Mex


Btw: Mehr Bilder werde ich zu gegebener Zeit auf Flickr laden.


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